BLUTSPENDE­TERMINE

Fragen & Antworten

Blut ist für viele Menschen überlebenswichtig. Vier von fünf Menschen benötigen in ihrem Leben einmal Blut oder ein Medikament aus Blutpräparaten.

Das entspricht 80% der Schweizer Bevölkerung. Der tägliche Bedarf in der Schweiz liegt bei rund 900 Blutspenden. Dem gegenüber stehen nur 5% der Bevölkerung, die tatsächlich Blut spenden.

Darum gilt: Wer Blut spendet, rettet Leben!

Das meiste Blut – etwa 19 Prozent – kommt bei der Krebstherapie zum Einsatz. Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Einsatzgebieten finden Sie hier.

Blut spenden können grundsätzlich alle gesunden Menschen ab 18 Jahren, die über 50 kg wiegen. Bei Erstspendern liegt das maximale Alter bei 60 Jahren. Bei regelmässigen Spendern kann die obere Altersgrenze nach Rücksprache mit dem Spenderarzt überschritten werden, maximal bis zum 75. Lebensjahr.

Frauen bei guter Gesundheit wird empfohlen, nicht mehr als dreimal im Jahr zur Vollblutspende zu gehen. Männer nicht mehr als viermal im Jahr.

Spendekriterien

Aus gesetzlichen Gründen müssen Sie sich ausweisen. Bringen Sie deshalb bitte zu jeder Blutspende einen Ausweis mit Lichtbild (z.B. Personalausweis) oder Ihren Blutspendeausweis mit.

Ja, selbstverständlich! Zu zweit oder in der Gruppe macht es gleich viel mehr Spass. Auch Neuspender sind oft viel motivierter, gemeinsam mit anderen zum ersten Mal Blut zu spenden. Falls Sie neugierig sind wie eine Blutspende abläuft oder einfach nur als Begleitung mitgehen möchten, sind Sie ebenfalls herzlich willkommen.

Die Blutspende an sich dauert selten länger als 10 Minuten. Für den gesamten Ablauf sollte man etwa 45 Minuten
einplanen. Zur Feierabendzeit oder wenn viele neue Spender zu einem Termin erscheinen, kann es auch mal etwas länger dauern. Erstspender müssen intensiver auf die Blutspende vorbereitet werden. So dauern das Gespräch mit der medizinischen Fachperson und die Blutspende an sich oftmals etwas länger.

Das Unangenehmste beim Blutspenden ist, wenn überhaupt spürbar, der kleine Stich in den Finger. Der dabei entnommene Blutstropfen dient dazu, den Blutfarbstoffgehalt (Hämoglobin) zu bestimmen. Den Stich in die Vene zur Blutspende merkt man kaum und die eigentliche Blutspende ist dann völlig schmerzlos.

In der Regel werden 450ml abgenommen, was ca. 10 Prozent des Gesamtvolumens entspricht.

Ein durchschnittlich schwerer, gesunder Mensch hat ungefähr ein Blutvolumen von acht Prozent seines Körpergewichtes. Ein ca. 70 Kilogramm schwerer Mensch hat also etwa fünf bis sechs Liter Blut. Diese Angaben sind allerdings auch abhängig von Alter und Geschlecht. Frauen haben eine etwas geringere Blutmenge als Männer.

Die gespendete Blutmenge ist im Verhältnis zur Gesamtblutmenge des Körpers so gering, dass der Verlust vom Organismus schnell wieder ausgeglichen wird. Die für die Abwehr von Krankheitskeimen besonders wichtigen weissen Blutkörperchen und die Blutflüssigkeit, das sogenannte Plasma, werden schon innerhalb nur eines Tages ersetzt, Die Menge der roten Blutkörperchen im Blut hat sich nach rund sieben Tagen dem Ausgangswert angenähert. Die Neubildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark dauert allerdings mehrere Wochen, weshalb man auch nur 3 - 4 mal pro Jahr Blut spenden darf.

Der durch die Blutspende bedingte Flüssigkeitsverlust wird innerhalb von 24 Stunden wieder ausgeglichen. In dieser Phase ist es wichtig, genügend zu trinken. Auch grössere Anstrengungen sollten in diesem Zeitraum nicht unternommen werden.

Wer sich wohlfühlt, kann ohne Weiteres nach einer Ruhepause von mindestens 30 Minuten wieder Auto fahren. Für das Pilotieren von Flugzeugen gilt dagegen eine Pause von 48 Stunden, für das Führen von Lokomotiven und Autobussen eine von mindestens zwölf Stunden. Dabei sind die berufsspezifischen Vorgaben zu beachten.

Nach der Blutspende sollte während zweier Tage kein Spitzensport betrieben werden, auch vom Tauchen ist abzuraten. Bei anderen sportlichen Aktivitäten sollten Sie auf das eigene Körpergefühl hören und unter Umständen Dauer und Intensität anpassen.

Der Fragebogen dient zur Ermittlung des aktuellen Gesundheitszustandes und ist Teil der Spendetauglichkeitsprüfung. Diese Massnahme ist sowohl zur Sicherheit des Spenders und des Empfängers von Blutpräparaten nötig.

Das Hämoglobin, der Farbstoff der roten Blutkörperchen, transportiert den Sauerstoff von der Lunge in das Gewebe und gibt ihn an die Körperzellen ab. Das Kohlendioxid aus den Zellen wird ebenfalls ans Hämoglobin gebunden und dann in die Lungen zurückgetragen. Die Ermittlung des Hämoglobinwerts ist wichtig, um eine Blutarmut (Anämie) auszuschliessen. Ist der Hämoglobinwert zu tief, ist eine Blutspende nicht möglich. Weil Männer generell einen höheren Hämoglobinwert haben als Frauen, sind die Minimalwerte für die Spendetauglichkeit bei Männern und Frauen unterschiedlich.

Sofern der Spender sich wohlfühlt und die medizinischen Abklärungen positiv verlaufen, kann im Abstand von ca. 10 – 12 Wochen 450 ml Vollblut gespendet werden. Es wird empfohlen, dass Frauen nicht mehr als dreimal pro Jahr Vollblut spenden, Männer nicht mehr als viermal pro Jahr. Bei der Plasma- sowie der Thrombozytenspende können die Abstände kürzer sein.

Neuspender erhalten - falls alle Infektionstests negativ ausgefallen sind - nach etwa 2 bis 6 Wochen den Spenderausweis. Darin sind Blutgruppe und Rhesusfaktor eingetragen. Positive Tests bei Hepatitis, HIV oder Syphilis werden durch einen Bestätigungstest ergänzt. Wenn auch dieser positiv ist, nimmt eine Ärztin oder ein Arzt mit der betroffenen Person Kontakt auf und weist sie an den Hausarzt oder eine spezialisierte Institution weiter.

Ganz in Ihrer Nähe und bestimmt zu einem Zeitpunkt, der Ihnen passt. In über 60 Schweizer Ortschaften bestehen Blutspendezentren der regionalen Blutspendedienste. Zusätzlich führen mobile Equipen in Zusammenarbeit mit den
Samaritervereinen regelmässig Blutspendeaktionen in vielen weiteren Ortschaften durch.

Eine Möglichkeit, sich immer über den nächsten Blutspendetermin in Ihrer Nähe zu informieren, bietet Ihnen die Blutspende-App. Dank dieser wissen Sie immer, wo und wann die nächste Aktion stattfindet, und können sich bis zu zwei Tage vorher per E-Mail oder SMS daran erinnern lassen.

Dass die Blutspende unentgeltlich erfolgt, hat ganz entscheidende Gründe, die im ureigensten Interesse der Spender und Empfänger liegen. So zeigen internationale Studien, dass diese Unentgeltlichkeit ein wesentlicher Sicherheitsfaktor ist: Wer nichts an der Blutspende verdient, hat auch kein Interesse, etwas zu verheimlichen. Zudem wäre es aus ethischer Sicht nicht zu verantworten, Menschen in einer finanziellen Notlage mittels monetärer Entschädigung zur Blutspende zu motivieren.

Die Blutspende SRK Schweiz unterstützt unter anderem aus diesen Gründen das weltweit ethisch-moralische Prinzip der unentgeltlichen Blutspende und vertritt damit auch den Grundsatz, dass mit Blut als einem menschlichen Organ keine finanziellen Gewinne gemacht werden dürfen.

In gelegentlichen Fällen kann es beim Empfänger zu Nebenwirkungen einer Bluttransfusion kommen. Dies kann sich in einem Schock, Schüttelfrost, Fieber oder Erbrechen äussern. In solchen Fällen wird der betreffende Spender für zusätzliche Tests aufgeboten. Denn die Reaktionen des Empfängers könnten auf eine Erkrankung des Spenders hindeuten.

Möglich sind Krankheiten im bakteriellen, parasitären oder viralen Bereich. So kann es vorkommen, dass ein Spender Malariaerreger im Blut hat, gegen die er völlig immun ist. Auch bakterielle Erkrankungen können beim Spender zunächst ohne Symptome verlaufen, wohingegen der Empfänger darauf reagiert, da seine Abwehr meist ohnehin geschwächt ist.

Auch in der Schweiz existieren Verkäufe von Plasma an die plasmaverarbeitende Industrie. Dies lässt sich wie folgt begründen:

  • Nach der klassischen Vollblutspende wird das gespendete Blut in seine Bestandteile aufgeteilt: Rote Blutkörperchen, Blutplättchen und Plasma. Die Schweizer Spitäler benötigen nur rund 20% des gespendeten Plasmas. Es wird oft bei Massenblutungen eingesetzt.

  • Anstatt das nicht benötigte Plasma zu vernichten, wird es an Firmen geliefert, die daraus wertvolle Heilmittel herstellen. Jährlich werden so rund 65 000 Liter sogenanntes Fraktionierplasma in der Schweiz hergestellt. Mit dem Erlös können wir einen Teil unserer Ausgaben decken und er hilft den Preis der Erythrozytenkonzentrate niedrig zu halten. Viele Patienten könnten ohne diese Medikamente nicht überleben. 
    Das Plasma, das die Schweiz an diese Firmen liefert, ist nach weltweit anerkannten, ethisch korrekten Massstäben beschafft. Wenn wir diese Lieferungen beenden würden, würde jener Teil, der auf ethisch fragwürdige Art in Form von bezahlten Spenden beschafft wird, nur noch mehr ausgeweitet.

Unter „Spendearten“ habe ich gelesen, dass es aber auch in der Schweiz gezielt Plasma-Spenden gibt. Weshalb? Wofür wird dieses Plasma eingesetzt?
Ja, auch in der Schweiz gibt es gezielte Plasma-Spenden welche mittels einem maschinellen Verfahren (Apherese) entnommen wird (anstatt z.B. einer Vollblutspende). Dieses Plasma wird Patienten verabreicht. Plasmaspenden braucht es, weil auch beim Plasma je nach Blutgruppe ein grösserer Bedarf besteht und dieser gezielt gedeckt werden muss.
Blutspende SRK Schweiz lehnt die bezahlte Plasmaspende aber aus ethischen Gründen strikte ab, da es nicht sein darf, dass jemand aus einer finanziellen Motivation resp. Notlage heraus spendet. Die Gefahr, dass dies die Gesundheit der Spender beeinträchtigt, ist zu gross.

Ja, im Rahmen eines Hilfsprogrammes stellt Blutspende SRK Schweiz Griechenland Konzentrate roter Blutkörperchen aus der eigenen Notfallreserve zur Verfügung.

Weshalb genau nach Griechenland?
In Griechenland ist ein relativ hoher Prozentsatz der Bevölkerung von der Blutkrankheit Thalassämie betroffen, viele davon sind Kinder. Bei dieser vererbten/angeborenen Krankheit kann der Körper nur beschränkt funktionsfähige eigene Erythrozyten (rote Blutkörperchen) produzieren. Diese Patienten benötigen regelmässig Erythrozytenkonzentrate (EK), weshalb Griechenland einen konstanten Mangel daran aufweist.

Mitentscheidend für Griechenland als Empfängerland ist auch folgender Umstand: Thalassämie-Patienten brauchen ihr Leben lang EK; ob sie diese heute oder mit etwas Verspätung erhalten, spielt eine untergeordnete Rolle. Wenn eine Lieferung nach Griechenland also verschoben werden muss, oder bestimmte Blutgruppen in kleineren Mengen geliefert werden können, hat dies für die dortigen Empfänger keine wesentlichen nachteiligen Konsequenzen.
Die Lieferungen der EK nach Griechenland erfolgen zu kostendeckenden Preisen.

Das Hilfsprogramm soll ab dem Jahr 2015 stufenweise im Laufe von fünf Jahren – also bis zum Jahr 2020 – auf die Hälfte des heutigen Umfangs reduziert werden. Parallel dazu ist das SRK bereit, Projekte in Griechenland zugunsten einer besseren Selbstversorgung an Blutprodukten zu fördern.

Wird Blut auch noch in andere Länder exportiert?
Nein, nur in Ausnahmefällen, wenn nach einem Spender mit sehr seltenen Blutgruppenmerkmalen gesucht wird. Aus demselben Grund kann auch Blut in die Schweiz importiert werden.

Ab dem 1. Juli 2017 werden MSM nicht mehr pauschal von der Blutspende ausgeschlossen. Die Aufsichtsbehörde Swissmedic hat ein entsprechendes Gesuch von Blutspende SRK Schweiz genehmigt.

Bedingung, um für die Blutspende zugelassen zu werden, ist eine 12-monatige Karenzzeit seit letztem MSM-Kontakt. Damit kann das Risiko einer Krankheitsübertragung weiterhin sehr tief gehalten werden. Wirklich optimal scheint die Lösung indessen nicht, da vermutlich nicht viele schwule Männer davon profitieren können.

Als klares, längerfristiges Ziel schwebt Blutspende SRK Schweiz stattdessen eine differenzierte Begutachtung des Risikoverhaltens für alle Blutspender vor. Der Sachverhalt MSM als solcher wäre dann kein Ausschlussgrund mehr. Stattdessen könnte gegebenenfalls das Verhalten des Betreffenden zu einer (meist temporären) Rückweisung führen. Die Erarbeitung dieser Kriterien ist aber komplex und dürfte mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Ob die Aufsichtsbehörde solchen Plänen zustimmen würde, kann zurzeit nicht abgeschätzt werden.


Registrierung als Blutstammzellspender bereits möglich

Im Bereich Blutstammzellspende konnte Blutspende SRK Schweiz die Kriterien be¬reits in eigener Kompetenz anpassen, da hier andere gesetzliche Grundlagen gel¬ten. Die Frage nach MSM wird bei der Registrierung gar nicht mehr gestellt. Unabhängig davon, ob je¬mand hetero- oder homosexuell ist, wird ein Spender aufgrund seines persönlichen (Sexual-) Verhaltens einer Risikogruppe zugeordnet.

Der Grund für diesen Ausschluss ist die Möglichkeit der Übertragung der variante Creutzfeld Jakob Krankheit (vCJD) durch Bluttransfusionen. Die vCJD wird durch Prionen verursacht. Prionen sind übertragbare Eiweisse, die im menschlichen oder tierischen Körper gesundheitsschädigende Strukturen bilden. Bekannt geworden sind sie in der breiten Öffentlichkeit vor allem als Auslöser des Rinderwahnsinns.

Im Menschen verursachen sie unter anderem die Creutzfeld-Jakob Krankheit. Die vCJD Krankheit wird hauptsächlich durch Lebensmittel übertragen, die aus infizierten Rindern hergestellt wurden. Es gibt keine Tests, die routinemässig einsetzbar sind, um Prionen in der Blutspende nachwiesen zu können. In Absprache mit den Aufsichtsbehörden wurde daher der Ausschluss von Personen, die einmal Blut erhalten haben, als vorsorgliche Sicherheitsmassnahme eingeführt.

In Grossbritannien wurde 1996 erstmals eine Übertragung einer sogenannten Prionen-Erkrankung von Tier zu Mensch beschrieben. Das Wort „Prion“ ist abgeleitet von den Anfangsbuchstaben in „Protein-Infektion“, also einer Eiweiss Infektion. Die neue Erkrankung wurde variante Creutzfeld-Jakob Erkrankung (vCJD) genannt. Prionen sind übertragbare Eiweisse, die im menschlichen oder tierischen Körper gesundheitsschädigende Strukturen bilden. Bei Rindern verursachen diese Prionen den „Rinderwahnsinn“ (BSE). Die Übertragung erfolgt in erster Linie über aus Rindfleisch herstellten Lebensmitteln. Grossbritannien war mit grossem Abstand weltweit am stärksten von BSE betroffen und hat dadurch auch die höchste Anzahl an Fällen von vCJD. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Risiko einer Ansteckung zwischen 1980 und 1996 am höchsten war.


Je länger jemand in Grossbritannien war, umso grösser ist das Risiko einer Prionen Ansteckung, sodass die Schweiz sich in Absprache mit den Behörden für eine Aufenthaltsdauer von 6 Monaten entschieden hat.
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der Krankheit) ist nicht genau bekannt, sie scheint bei vCJD jedoch extrem lang. Da eine Übertragung dieser Erkrankung durch Blut oder Blutprodukte möglich ist, werden Personen, die sich zwischen 1980 und 1996 für mehr als 6 Monate in Grossbritannien aufgehalten haben, nicht zur Blutspende zugelassen.


Die Sicherheit der Blutprodukte steht für die Blutspende SRK Schweiz im Zentrum, es müssen genügend wissenschaftliche Daten zur Verfügung stehen, um eine Aufhebung der Massnahmen zu erlauben.

www.sqs.ch www.zewo.ch
 
SPENDE BLUT – RETTE LEBEN