Was mit Ihrem Blut geschieht
Von der Blutspende zur Blutkomponente: Heutzutage wird nur noch in Ausnahmefällen Vollblut übertragen, d.h. jeder Patient erhält nur diejenigen Blutbestandteile, die er aufgrund seines Zustandes oder seiner Erkrankung dringend benötigt. Dies hat den Vorteil, dass mit den daraus hergestellten Präparaten mehreren Menschen geholfen werden kann.
Die Blutprodukte
Die verschiedenen Blutzellen und Plasmabestandteile sind ganz unterschiedlich lange haltbar; einige davon nur wenige Tage:
- Aus den roten Blutzellen (Erythrozyten) wird das Erythrozyten-Konzentrat (EK) hergestellt. Es ist bei 4 - 6 °C bis zu 42 Tagen haltbar. Es besteht nur aus Zellen und ist das Standardpräparat bei allen Formen von Blutarmut (Anämie).
- Aus den Blutplättchen (Thrombozyten) wird ein Thrombozyten-Konzentrat hergestellt. Thrombozyten sind bei 20 - 22 °C in der Regel 5 Tage haltbar.
- Aus dem Blutplasma wird nach dem Einfrieren das frisch gefrorene Plasma hergestellt. Es kann bei -30 °C bis zu zwei Jahre aufbewahrt werden.
Aus Plasma werden auch Heilmittel hergestellt, wie z. B. ein Blutgerinnungsmittel für Bluter oder auch Albumin zur Kreislaufstabilisierung bei grossem Blutverlust und schweren Verbrennungen.
Die weissen Blutkörperchen werden seit dem Jahr 1999 vernichtet, da sie allfällige Krankheitserreger im Blut oftmals an sich binden.
Verarbeitung & Tests
Die Verarbeitung zu den einzelnen Blutprodukten geschieht im Labor mithilfe spezieller Maschinen wie Zentrifugen und Filtern.
Zuvor wird jede Blutspende im Labor untersucht. Neben der Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors, werden verschiedene Tests auf Infektionserreger oder Antikörper, wie etwa Gelbsucht (Hepatitis B, Hepatitis C), HIV (HIV) und Syphilis (TPHA), vorgenommen. Die verschiedenen Untersuchungsmethoden werden aus Sicherheitsgründen laufend überprüft und den aktuellen Erfordernissen angepasst. Blut mit positivem Testbefund wird unverzüglich vernichtet.
Anschliessend werden die Blutprodukte bis zur Auslieferung an die Spitäler kühl gelagert.
Auslieferung an die Spitäler
Wenn die Spitäler Blutprodukte benötigen, beziehen sie diese von regionalen Blutspendedienst. Jedes dieser Zentren verfügt im Notfall über einen Pikettdienst, der rund um die Uhr erreichbar ist.
Die Blutprodukte werden den Spitälern zum Selbstkostenpreis verrechnet: Einen Gewinn macht die Blutspende SRK Schweiz dabei nicht.
Kann es Lieferengpässe geben?
Glücklicherweise verfügt die Schweiz in der Regel über genügend Blutspenderinnen und -spender.
Aufgrund der unterschiedlichen Blutgruppen oder bei genereller Knappheit der Blutprodukte – beispielsweise in den Sommerferien oder während der Grippezeit im Winter – kann es vorkommen, dass ein Blutspendezentrum die erforderlichen Blutprodukte nicht vorrätig hat. Dann erfolgt ein überregionaler Austausch zwischen den verschiedenen Blutspendediensten.
In besonderen Fällen – etwa wenn bestimmte Blutprodukte in der ganzen Schweiz knapp werden – kann es auch vorkommen, dass die Blutspendezentren gezielt bestimmte Spenderinnen und Spender aufbieten.
Wie Mangelsituationen in der Schweiz verhindert werden
Grundlage bildet der gesamtschweizerische Beschaffungsplan, der bei Bedarf rollend angepasst wird.
Der Bedarf an Blutprodukten ist aber nicht in allen Landesgegenden gleich gross. Städtische Gebiete mit grossen Spitälern benötigen viel mehr Blut als ländliche Gebiete. Umgekehrt ist in ländlichen Gebieten aber auch die Bereitschaft zur Blutspende oft deutlich grösser. Aus diesem Grund bestehen Ausgleichslieferungen zwischen regionalen Blutspendediensten mit chronischer Blutknappheit und solchen mit Überschüssen.
Insgesamt – auf die ganze Schweiz bezogen – verfügt die Blutspende SRK Schweiz über gerade ausreichende Blutspendereserven. In gewissen Phasen (Sommerferien, Grippezeit im Winter) kommt es aber immer wieder kurzfristig zu Engpässen.





