„Uns interessiert der Mensch hinter dem Fragebogen“

31.07.2018 Blogbeitrag von: Corinne und Lidwine | Nachbetreuung 0 Kommentare

Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns. Spendet jemand seine Blutstammzellen, wird er während zehn Jahren nachbetreut. Sein persönliches Wohlergehen steht dabei im Vordergrund.



Lidwine und Corinne sind bei Blutspende SRK Schweiz für die Nachbetreuung der Blutstammzellspender verantwortlich. Sie stehen mit den Spendern zum einen in telefonischen Kontakt. Zum anderen versenden sie regelmässig Fragebogen an die Spender und werten sie in Zusammenarbeit mit einer Ärztin aus.

Das Angebot der Nachbetreuung wird von etwa 95 Prozent der Spender genutzt. Zur Sprache kommen persönliche sowie medizinische Themen. Während eine erste Nachbetreuung einen Monat nach der Spende im Entnahmezentrum erfolgt, werden die Spender im 1. Jahr nach der Spende von einer Mitarbeiterin von Blutspende SRK Schweiz angerufen.

Zeichen der Wertschätzung
Corinne kümmert sich vorwiegend um die unverwandten  Spender. Sie erzählt aus ihrem Alltag: „Bei einer Blutstammzellspende steht die Genesung des Empfängers oder der Empfängerin an erster Stelle. Dass wir uns jedoch explizit um das Wohlergehen der Spender kümmern, erstaunt und berührt viele.“ Den allermeisten Spendern geht es nach dem Eingriff gesundheitlich gut. „Unsere Kontakte mit ihnen sind ein Zeichen der Wertschätzung“. Darüber hinaus helfen die Aussagen der Spender, Abläufe vor, während und nach der Spende ständig zu optimieren. Und viele Spender freuen sich, ihre Erfahrungen teilen zu können.

Schöner Schlusspunkt nach langem Prozess
Lidwine Kunz ist zuständig für die Betreuung der verwandten Spender. Im Gegensatz zu den unverwandten, wo strikte Anonymität gilt, kennen sich bei ihr Patienten und die Spender. Das ist für die betroffenen Familien manchmal schwierig – wenn zum Beispiel ein Patient stirbt und sich die verwandte Spender-Person deshalb Vorwürfe macht – oft aber auch schön. Dann zum Beispiel, wenn Familien dank einer Spende wieder zusammenfinden.

Für ihre Aufgabe brauchen Lidwine und Corinne Empathie, gesunden Menschenverstand und ein natürliches Interesse: „Uns interessiert der Mensch hinter dem Fragebogen“. Mit ihren Anrufen und dem FollowUp setzen sie bei den Spendern so etwas wie den Schlusspunkt nach einem langen Prozess von Registrierung, Kompatibilitätsprüfung, Spende und Entnahme. Und sie sind Garant für die Sorgfalt, welche die Blutspende SRK nicht nur den Patienten, sondern auch den Spenderinnen und Spendern entgegenbringt.

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