Mit Transparenz und Vertrauen: Wie Blutspende SRK von Spendern lernt

30.01.2019 Blogbeitrag von: Jacqueline Forster 0 Kommentare

Wer seine Blutstammzellen gespendet hat, wird im ersten Jahr nach der Spende zum «Donor Advisory Board» eingeladen. Ein Austausch unter Expertinnen und Experten.

Im «Donor Advisory Board» (DAB) tauschen sich medizinische, ethische und juristische Fachleute mit den Spenderinnen und Spendern aus. Sie sind jene Experten, die auf besondere Weise zur Weiterentwicklung des Schweizer Registers für Blutstammzellspender beitragen. Ein Besuch bei Grazia Nicoloso de Faveri, Hämatologin und Medizinische Direktorin von SBSC (Swiss Blood Stem Cells, ein Bereich von Blutspende SRK Schweiz). Sie ist die treibenden Kraft des DAB.


Grazia Nicoloso de Faveri, Hämatologin und Medizinische Direktorin von SBSC

 

Die Liebe zu roten Blutkörperchen
Grazia Nicoloso ist eine viel beschäftigte Person. In ihrem Büro von Blutspende SRK Schweiz in Bern stapeln sich Dokumente. Die Beigen – sie türmen sich hoch – sind angeschrieben mit «laufend», «zu erledigen», «dringend». Orchideen und farbige Blumentöpfe verleihen dem Büro etwas Wohnliches.

Dass die Hämatologin mit italienischen und schweizerischen Wurzeln ihre Arbeit mit Herzblut verrichtet, ist aus jedem Wort, jeder Geste spürbar. «Ich liebe Begegnungen und den Kontakt zu Menschen.» Geblieben ist auch die Liebe zu ihrem medizinischen Fachgebiet: «Schon im Studium fiel mir die Schönheit der roten Blutkörperchen auf.» In ihrer Tätigkeit bei Blutspende SRK Schweiz kann Grazia Nicoloso sowohl ihre medizinischen als auch ihre menschlichen Fähigkeiten einbringen.

Heiklen Fragen mit Transparenz begegnen
Besonders am Herzen liegt ihr das so genannte «Donor Advisory Board» (DAB). «Dem DAB liegt die Idee zugrunde, dass Menschen, welche Blutstammzellen gespendet haben, Experten sind in Bezug auf die Vorbereitung der Blutstammzellspende, den Einsatz selber und die Nachbetreuung.» Die Diskussionen, die etwa einmal jährlich an der DAB-Tagung diskutiert werden, machen vor heiklen Themen nicht Halt.

Beim letztjährigen Treffen ging es um genetische Untersuchungen, welche bei allen Patienten nach der Transplantation durchgeführt werden. Die Resultate könnten auch die Spenderinnen und Spender betreffen. Ein heikles Thema, zu dem es gesetzliche Vorschriften gibt. Zum Beispiel ist geregelt, über welche Tests informiert werden muss. Dann gibt es aber auch Tests ohne gesetzliche Meldepflicht. «Wir informieren dennoch, freiwillig», unterstreicht Grazia Nicoloso.

Um genau solche Fragen geht es im DAB. Gemeinsam wird ausgelotet, was erwünscht und was sinnvoll ist. Und es wird informiert, wie sich der Bereich der Blutstammzelltransplantation entwickelt. «Es gibt Wege in diesem Bereich, die wir nur zusammen mit den Spendenden gehen können», sagt die Hämatologin. «Denn wenn Transparenz und Vertrauen gewährleistet sind, kommt das allen Beteiligten zu Gute.»

Im Treffen des DAB Ende Januar 2019 geht es um ein spezifisches Forschungsthema. Grazia Nicoloso freut sich schon auf einen anregenden Austausch mit den Spenderinnen und Spendern.

 

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