«Ich hätte auch ein Lied schreiben können»

Für ihre selbständige Fachmittelschul-Arbeit (sFMS-Arbeit) hat Marion Schläpfer in St. Gallen eine Registrierungsaktion für Blutstammzellspenderinnen und –spender organisiert. Von A wie «Anmeldung» bis Z wie «Ziel erreicht». Wir waren an der Aktion dabei.

 

Kurz vor elf ist das Physikzimmer an der Kantonsschule Brühl in St. Gallen bereit: ein paar Tische sind umgestellt, Prospekte, Fragebogen und Kugelschreiber verteilt. Es kann losgehen.

Marion Schläpfer ist etwas nervös. Seit vielen Monaten beschäftigt sie sich mit dem Thema «Blutstammzellspende», das sie für ihre Fachmittelschul-Abschlussarbeit näher untersucht. Dazu gehört auch der heutige Praxisteil: die Organisation und Durchführung einer Registrierungsaktion. Die knapp 18-jährige Kantischülerin hofft, dass ihre Kolleginnen und Kollegen sie nicht im Stich lassen und sich pünktlich zu den vereinbarten Zeiten im Physikzimmer einfinden.

 
Gewissenhafte Schüler

Als einer der ersten erscheint der Schulleiter Matthias Gabathuler, er lässt sich ebenfalls registrieren. Auch Claudia Fauquex, Biologielehrerin an der KSB (Kantonsschule am Brühl) und die Arbeitsbetreuerin von Marion, ist anwesend und hat ein wachendes Auge über den Anfang der Aktion. Nach und nach tröpfeln die Schülerinnen und Schüler ein, wohl dosiert, in jeder Pause so viel, dass genug Zeit bleibt, um den Fragebogen auszufüllen, den Wattestäbchentest durchzuführen und Fragen zu beantworten.

Gewissenhaft beugen sich die jungen Leute über die Blätter. Sie sind aus Solidarität zu Marion gekommen, aber auch, weil sie die Blutstammzellspende eine gute Sache finden. Wie Marion.

 

«Ich hätte für die Abschlussarbeit auch ein Lied schreiben können. Doch ich wollte etwas Sinnvolles machen, eine Arbeit schreiben, die auch in ein paar Jahren noch aktuell ist», umschreibt die Schülerin ihre Motivation. Da sie einen medizinischen Beruf erlernen will, war es naheliegend, ein medizinisches Thema auszuwählen. Vom Schweizer Register für Blutstammzellspender hatte sie noch nie etwas gehört, auch nicht von der Blutstammzellspende, bis sie auf Instagram den Berner Webvideokomiker Gabirano entdeckte, der auch Botschafter für die Blutstammzellspende ist. Da wusste Marion, sie hatte ihr Thema gefunden.

 

An alles gedacht

Es ist jetzt kurz vor zwei Uhr nachmittags. Vereinzelt tröpfeln noch Schülerinnen und Schüler ins Physikzimmer. Auch die Gotte und der Bruder waren da, fehlt noch der Cousin. «Im Oktober muss ich die Arbeit abgeben, bis dahin gibt es noch einiges zu tun», sagt die Schülerin. Sie geht dem Thema auf den Grund, will auch herausfinden, warum sich Menschen nicht als Spender zur Verfügung stellen wollen. Viele Gespräche stehen ihr noch bevor. Im Ehemaligen-Verein der Schule will sie Geld sammeln, damit die Registrierungskosten der Aktion zum Teil (möglichst) gedeckt werden können. Marion Schläpfer hat an alles gedacht und alle überzeugen können. Auch der Cousin kommt kurz vor Schluss noch vorbei, um sich registrieren zu lassen.

Dann werden im Physikzimmer die Tische und Stühle wieder an den richtigen Ort gerückt. Marion Schläpfer ist erleichtert und zufrieden. Die Registrierungsaktion war ein voller Erfolg, Ziel erreicht.

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