«Uns verbindet etwas ganz Besonderes»

28.06.2019

Wer seine Blutstammzellen gespendet hat, wird ab dem ersten Jahr nach der Spende zum «Donor Advisory Board» eingeladen. Was motiviert Spendende, in diesem Gremium mitzuwirken?


Daniela, Mario, Giliane und Marcel, Mitglieder des Donor Advisory Boards

Im «Donor Advisory Board» (DAB) tauschen sich medizinische, ethische und juristische Fachleute mit Spenderinnen und Spendern aus. Letztere sind jene Experten, die auf besondere Weise zur Weiterentwicklung des Schweizer Registers für Blutstammzellspender beitragen. Wir waren an der diesjährigen Tagung dabei und wollten von vier Menschen wissen, warum sie sich nach ihrer Blutstammzellspende weiter engagieren.

 

Mario Pesciallo, 57, Faido, Gemeindearbeiter. Hat 1998 gespendet, Knochenmarkspende.
«Ich weiss, dass ich nochmals spenden könnte. Nochmals mitzuhelfen, ein Leben zu retten, macht mich glücklich. Seit ich gespendet habe, mache ich im DAB mit. Die Themen interessieren mich, man lernt Neues dazu. Die Möglichkeiten der Medizin entwickeln sich und damit auch die Möglichkeiten, zu spenden. Es ist doch ganz klar: wer spenden kann, MUSS es tun. Ich mache sofort mit. Helfen macht mich ganz einfach glücklich.»

 

Daniela Angelillis, 48, Basel, Biomedizinische Analytikerin HF, hat 2000 periphere Blutstammzellen gespendet.
«Es ist so wichtig, die Leute zu sensibilisieren und zu informieren, um weitere potenzielle Spender zu finden. Ich möchte zeigen, dass die Blutstammzellspende eigentlich eine kleine Sache ist. Natürlich bin ich aus beruflichen Gründen auch am Thema interessiert, ich spreche in meinem Freundes- und Bekanntenkreis darüber. Ich habe auch schon Vorträge gehalten und wäre bereit, nochmals zu spenden. Seit ich 18 bin, bin ich auch Blutspenderin, das ist eine Herzensangelegenheit.»

 

Marcel Meier, 33, Eglisau, Pflegefachmann, hat 2015 periphere Blutstammzellen und Knochenmark gespendet.
«Wegen der Anonymität wissen wir ja nicht, wer unsere Spende erhält. Das ist für mich ein Grund, mich weiter zu engagieren, das Thema lässt mich nicht los. Ich weiss nicht, ob ich nochmals spenden kann, deshalb mache ich im DAB mit. Wichtig ist mir einfach, mich zu engagieren. Ich finde es interessant, andere Spenderinnen und Spender kennenzulernen, es gibt ja sonst keine Möglichkeiten, sich zu treffen. Gerade wegen der Anonymität ist das Bedürfnis nach Persönlichem da. Die Fachinputs sind sehr interessant.»

 

Giliane Hadorn, 26, Sonvilier/BE, medizinische Sekretärin, 2015 periphere Blutstammzellen gespendet.
«Es ist wichtig, das Register noch bekannter zu machen und Menschen zu motivieren, sich zu registrieren. Man macht es für jemanden Unbekannten und bleibt selber für den Patienten oder die Patientin auch unbekannt. Im DAB bin ich seit Anfang mit dabei. Hier erfahre ich, was die Medizin im Bereich der Stammzellenforschung für Fortschritte macht, welche Fragen sich stellen, auch ethisch und juristisch. Alle, die hier sind, verbindet etwas ganz Besonderes. Es geht familiär und warmherzig zu und her. Alle haben gespendet, um zu helfen. Und nicht, um irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Diese Einstellung gefällt mir.»

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