Weltweite Solidarität und WMDA-Akkreditierung als Meilenstein

04.07.2018

Seit März 2018 ist Blutspende SRK Schweiz bei der World Marrow Donor Association (WMDA) akkreditiertes Mitglied, deren strengen Auflagen sie nun lückenlos erfüllt. Zurzeit verfügen nur 19 Register weltweit (von insgesamt rund 75 Registern) über eine Akkreditierung und damit den höchsten Qualitätsstandard.


Für Oliver Kürsteiner, Abteilungsleiter bei Swiss Blood Stem Cells (SBSC), der Blutstammzell-Abteilung von Blutspende SRK Schweiz, ist die Akkreditierung bei der WMDA „ein Meilenstein“.

Warum ist die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Blutstammzellspende so wichtig?
Die Schweiz ist klein und historisch bedingt – als jahrhundertealtes Transitland verschiedenster Völker – weisen wir eine hohe Diversität der Gewebemerkmale aus. Das heisst, es ist unmöglich, für alle Schweizer Patienten auch Schweizer Spender zu finden. In Zahlen:  2017 stammten von den 138 Transplantaten nur deren 7 aus der Schweiz selbst. Die restlichen Spenden kamen aus 13 verschiedenen Ländern.

Die internationale Zusammenarbeit ist also wesentlicher Bestandteil im Bereich der Blutstammzellspende.
Das ist richtig. Ohne weltweite Solidarität würde leukämiekranken Menschen, die auf eine Blutstammzellspende angewiesen sind, nicht so gut geholfen werden können.

Da liegt es auf der Hand, dass weltweit hohe und gleich hohe Standards gelten müssen.
Unbedingt!

Seit März ist das Schweizer Register unter der Blutspende SRK Schweiz) nun als akkreditiertes Mitglied anerkannt. Was bedeutet  diese Akkreditierung für einen Patienten, der transplantiert wird?
Die Sicherheit wird mit dieser Akkreditierung nochmals erhöht. Es gelten strenge, akribisch beschriebene und einzuhaltende Abläufe im gesamten Prozess von der Spenderregistrierung über die Spendenentnahme bis zur Transplantation. Wir haben schon vorher als so genanntes „qualifiziertes Register“ viele Vorgaben eingehalten. Neu ist, dass wir lückenlos sämtliche strengen Standards einhalten und dies wird auch auch regelmässig kontrolliert.

Merken auch Spenderinnen und Spender etwas von dieser Akkreditierung?
Vor den Kulissen nicht. Denn auch bei den Spendern gilt: wir haben schon immer grössten Wert auf die Sicherheit und die Gesundheit der Spender gelegt. Hinter den Kulissen gibt es gewisse Anpassungen im Bereich der Risikobeurteilungen. Das heisst, es ist zusätzlich nun auch genauestens geregelt, wie mit Risiken welche erst kurz vor der Spende beim Spender entdeckt werden umgegangen wird. Da es sich um generell einen sehr sensitiven Bereich handelt, sind wir froh, höchsten internationalen Standards zu entsprechen, die auch laufend neuen Erkenntnissen angepasst werden.

Das Schweizer Blustammzell-Register gibt es seit 30 Jahren. Warum erfolgt die WMDA-Akkreditierung „erst jetzt“?
Die WMDA gibt es noch nicht so lange wie die SBSC, die WMDA feiern nächstes Jahr das 25 Jubiläum.  Die Standards und auch das Qualitätslabel «qualified, accredited» hingegen wurde erst später entwickelt. Wir haben von Anfang an in vielen Arbeitsgruppen der WMDA mitgemacht und hatten lange den Status „qualifiziertes Register“, was bereits eine hohe Qualitätssicherung gewährleistete. Die Blutstammzellspende ist immer noch ein relativ junges und sehr dynamisches medizinisches Gebiet. Man weiss nicht, wo die Forschung in fünf Jahren stehen wird. Wir sind zahlenmässig betrachtet ein mittleres Register. Was Engagement und Entwicklung angeht, sind wir jedoch an der Weltspitze dabei.


Oliver Kürsteiner arbeitet seit eineinhalb Jahren als Abteilungsleiter bei der SBSC (Swiss Blood Stem Cells) einer Abteilung der Blutspende SRK Schweiz. Er ist 44 Jahre alt, gelernter und promovierter Biologe .

www.sqs.ch www.zewo.ch wmda
 
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