Halbzeit bei Blutspende SRK – meine kaufmännische Lehre

18.10.2018 Blogbeitrag von: Ismet Gökcen 0 Kommentare

Es fühlt sich an, als hätte ich erst gestern meine Bewerbung an die Blutspende SRK Schweiz mit der Hoffnung auf eine Lehrstelle gesandt, dieser Tag ist aber schon zwei Jahre her.



Es war Ende März 2016 und ich hatte fast schon aufgegeben, weiter nach einer Lehrstelle zu suchen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich locker 60 bis 80 Bewerbungen an die unterschiedlichsten Lehrbetriebe verschickt, die jeweils absagten. Als ich fast verzweifelte und kurz davor war, mich an einer Privatschule anzumelden, bekam ich einen Anruf von einer unbekannten Nummer, es war Marcela von der Blutspende SRK Schweiz und sie lud mich zu einem Bewerbungsgespräch ein.

Ich war sehr nervös, als ich ins Büro kam und sah, dass mich zwei Frauen interviewen würden. Für den damaligen schüchternen, zurückhaltenden und pubertierenden Kerl war diese Situation sehr schwierig, aber irgendwie schaffte ich es, ein angenehmes Gespräch mit diesen jungen Damen zu führen, so dass sie mich zu einem Schnuppertag einluden. Danach hatte ich ein sehr gutes Gefühl, dass ich diese Lehrstelle bekommen würde, und eine Woche später wurde meine Vermutung durch einen Anruf von Marcela bestätigt.

Jetzt ist es schon Herbst 2018 und ich bin seit gut zwei Jahren bei der Blutspende SRK Schweiz. Am Anfang war der Übergang vom normalen Schüler zum KV-Lehrling schwierig, und ich hatte auch relativ grosse Mühe, damit klar zu kommen, aber nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran, so wie man sich an alles im Leben gewöhnt, das man nicht ändern kann.

Ich habe während dieser zwei Jahre sehr vieles über die Blutstammzellspende und die Blutspende gelernt, von Texten schreiben bis zu Gesprächen führen, von Dossiers archivieren bis zu Meetings protokollieren und anderes mehr. Aber auch über mich selbst habe ich einiges gelernt im Zuge dieser Lehre. Vielleicht ist es auch ein normaler Nebeneffekt des Erwachsenwerdens, dass man sich selbst besser versteht. Dieser Kerl, der ich vor zwei Jahren war, existiert nur noch in den Erinnerungen. In den letzten 24 Monaten war ich in vier Abteilungen mit sieben Aufsichtspersonen (Praxisbildnern) und ca. 20 Mitarbeitenden. Alle diese Menschen haben eine eigene Persönlichkeit und man lernt, sich an diese Individuen anzupassen, das ist ein grosser Vorteil, den man bei einer Lehre hat, zum Beispiel kann man diese Kompetenz im schulischen Bereich weniger erlernen.

Viele Leute fragen mich, was ich nach der Lehre tun möchte, und ich gebe jedes Mal eine andere Antwort. Entweder sage ich, ich mache mit der BM weiter, ich arbeite als kaufmännischer Angestellter und mache eine Weiterbildung oder ich absolviere einen Sprachaufenthalt in einem fremden Land. Wer weiss schon, was uns in der Zukunft erwartet, ich bin zurzeit zu stark mit der Gegenwart beschäftigt, um mir Gedanken über das Kommende zu machen.

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