Ein Blick hinter die Kulissen

23.11.2018 Blogbeitrag von: Seline Stäger

Als ich das letzte Mal an einer Blutspendeaktion in der Universität war, fielen mir die vielen jungen Helfer auf, die wie fleissige Bienen herumwuselten. Ich möchte wissen, was hinter ihrem Einsatz steckt. Deshalb habe ich vorletzte Woche an einer Aktion in Bern die 26-jährige Kyra getroffen und sie ein wenig ausgefragt:

 

Du bist Medizinstudentin im 3. Jahr und Verantwortliche des Organisationskomitees, das die Blutspendeaktionen gemeinsam mit der Interregionalen Blutspende auf die Beine stellt. Wie seid ihr organisiert?
Wir sind eine kleine Gruppe von 10 Leuten innerhalb der Fachschaft Medizin, die sich nur um die Blutspendeaktionen kümmert. Diese finden 2 Mal pro Jahr an der Universtität Bern statt.

Wann beginnt ihr jeweils mit den Vorbereitungen und was gehört alles dazu?

Die Vorbereitungen beginnen jeweils 2 Monate vor der Aktion - in einer ersten Sitzung suchen wir Sponsoren, damit wir die Ausgaben für das Buffet und die Werbung decken können. Danach machen wir in den Vorlesungen unserer Mitstudenten einen Aufruf für freiwillige Helfer. Es benötigt insgesamt 54 Helfer für die 3 Tage!
In einer zweiten Sitzung planen wir die Werbemassnahmen und die zeitliche Planung für die Helfereinsätze, den Einkauf fürs Buffet und Transport etc. Am Abend vorher kaufen wir dann alles für das Buffet ein. Die Sandwiches werden jeden Morgen frisch geliefert.

Das Ganze koordinieren wir mit der Interregionalen Blutspende SRK. Wir haben inzwischen ein blindes Verständnis untereinander - die Blutspendeaktionen gibt es sicher schon über 10 Jahre.

Wie bringt ihr das Thema an die Leute?
Wir verteilen jeweils knapp 2000 Flyer an die Studierenden und Passanten und hängen Plakate in den Universitätsgebäuden in Bern auf. Zudem machen wir ein bisschen Werbung über unsere Facebook-Seite und über den Instagram Kanal der Uni Bern – dort hatten wir eine recht grosse Reichweite!


Werbung über Facebook und Instagram bringt viel Sichtbarkeit

Wie schätzt du die Entwicklung in den letzten Jahren ein?
Ich habe das Gefühl, dass die Blutspender in den letzten Jahren angestiegen sind – jeden Frühling haben wir Rekordzahlen geschrieben und auch diesen November werden wir uns wohl einer Höchstleistung annähern. Vielleicht ist der Grund, dass wir dieses Jahr bei den Studenten viel Werbung gemacht haben. Wir haben auch einen Wettbewerb unter den Medizin-Studierenden lanciert: der Jahrgang, der am meisten Blut gespendet hat, erhält ein gratis Znüni. Interessant ist aber, dass jedes Mal rund 50-60% Neuspender kommen!

Was hat dich dazu bewogen, im OK mitzuwirken?
Als Medizinstudentin weiss ich, wie wichtig Blutspenden sind und wie klein der Aufwand relativ zu seiner Wirkung ist. Dafür leiste ich gerne einen Beitrag. Auch schätze ich hier im OK den Kontakt mit den anderen Semestern, man kann sich sehr gut untereinander austauschen und gegenseitig helfen.

Wie viel Zeit hast du dafür aufgewendet?
Ich war jetzt 2 Tage rund 11 Stunden auf den Beinen, heute jedoch nur 4-5 Stunden, weil die Uni meine Anwesenheit fordert ;). Neben der Blutspendeaktion hatte ich an zwei Tagen noch Praktika im Spital und die verpassten Vorlesungen werde ich am Wochenende aufarbeiten. Ich bin froh, wenn es vorbei ist und am Schluss alle zufrieden und glücklich sind – Blutspenderinnen und Blutspender, Helferinnen und Helfer sowie das regionale Blutspendezentrum. Heute Abend werde ich bestimmt todmüde ins Bett fallen!

 

Von diesem unermüdlichen Einsatz bin ich schwer beeindruckt. Als Blutspender ist man sich nicht immer bewusst, wie viel freiwillige Arbeit hinter einer solchen Aktion steckt. Der Aufwand hat sich aber definitiv gelohnt: Nach den 3 Tagen haben rund 640 Personen Blut gespendet und 77 Personen haben sich als Blutstammzellspender registriert. Eine stolze Zahl!

Aktion verpasst? Unter www.blutspende.ch/termine finden SieTermine in Ihrer Nähe.

 

 

www.sqs.ch www.zewo.ch wmda
 
SPENDE BLUT – RETTE LEBEN